Erfahrungsberichte Versorgungsprozess

Rollstuhl - Doppelversorgung

Krankenversicherung
Konni
22.09.2012

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Zwei E Rollis – Doppelversorgung ???

Bestens versorgt bin ich mit einem Aktivrolli der Fa. BEROLLKA mit Unitomic Rücken. Ein „Stimulite“ Sportsitz, lässt mich den ganzen Tag hindurch beschwerdefrei sitzen. Komplettiert ist der Rolli mit einem e-fix Antrieb und somit fast ein E Rolli.

So universell und super angepasst der e-fix Rolli für mich auch ist, im Außenbereich bei historischen Altstadtpflaster oder auf unbefestigten Wegen ist das Fahren eine Herausforderung, abgesehen vom Dreck, den man in die Wohnung rollert.

Der Gedanke an einen zusätzlichen E Rolli für den Außenbereich ward geboren und damit der Beginn eines Kampfes mit meiner KK.

Erschwerend kam hinzu, dass ich mir den Swiss VIVA auserkoren hatte, der wegen seiner Wendigkeit auch im Innenbereich benutzbar ist und somit eine Rückfallebene bei Ausfall meines e-fix Rollis sein kann.

Dieser E Rolli zählt nicht als Fallpauschale, was die Kassen ja so gar nicht mögen.

Ein ¾ Jahr dauerte es, bis ein Sanihaus gefunden war, welches mir den Swiss VIVA zum Testen nach Hause liefern konnte.

Den Rolli wollt ich! Wenn auch das Rückenteil Abänderungen benötigte, provisorisch halfen Handtücher zum Auspolstern.

Ein Treffen eines Mitarbeiters der Firma SKS Rehab AG im Sanihaus und mein „Zukünftiger“ wurde mit mir konfigurierte.

Alles was aufs Rezept musste wurde abgeklärt, denn was nicht drauf steht, bekommt man nicht. Rezept vom Hausarzt nach meiner Vorlage und med. begründet besorgt, das Sanihaus hat den Kostenvoranschlag dazu gepackt und ab zur KK.

  • Anruf der KK, mir wird ein Hilfsmittelberater ins Haus geschickt.
  • Er befürwortete den VIVA, allerdings in abgespeckter Form und nur anstelle meines e-fix Aktivrollis, da es eine Doppelversorgung wäre.
  • Umgehend schreibt meine Frau einen Brief an die KK, in dem sie recht sarkastisch die Unmöglichkeit des E Rollis im pflegerischen Einsatz schildert.
  • Ein Anruf von der KK, sehr einsichtig, der e-fix Rolli kann für den Innenbereich bleiben. Allerdings versucht die Kasse, aus ihrem Hilfsmittelpool einen gebrauchten E Rolli für mich zu finden.
  • Paar Wochen vergehen, das Sanihaus meldet sich, sie haben einen Permobil für mich. Er ist relativ neu und es gibt keinen Grund diesen nicht zu testen.
  • Das viel jedoch negativ aus, der Sitz ist zu hoch für mich, die Fußstützen lassen sich nicht seitlich wegklappen und die Armlehnen sollten nicht zum Abstützen benutz werden.
  • Alles Gründe weshalb ich in diesen Rolli mich nicht selbstständig und ohne Sturzgefahr umsetzen kann. Somit ging er zurück und ein entsprechendes Schreiben an die KK.
  • Nun passierte nichts mehr. Wir versuchten die telefonische Aussage, dass ich den E Rolli zusätzlich zum e-fix Rolli bekommen soll, schriftlich zu bekommen, nein, darauf reagiert die KK nicht.
  • Statt dessen teilte man mir mit, alles sei zum MDK gegangen, die sollten entscheiden ob und welchen Rolli ich benötige.
  • Wieder ein drastischer Brief an die KK, was dieser Schwachsinn soll. Wie kann ein Mensch am Schreibtisch, der keine Ahnung von meiner Behinderung und genauso wenig Ahnung von Rollstühlen hat, entscheiden, was für mich gut wäre?

Die Zeit vergeht, wieder drängeln wir, natürlich schriftlich.

  • Da kommt ein Anruf vom Sanihaus. Sie sollten mit mir reden, der Swiss VIVA würde genehmigt, den e-fix Rolli dürfte ich behalten, allerdings nur privat. Bei der KK wird er offiziell verschrottet, verschwindet aus deren Bestand.
  • Meine Devise, nichts mündlich und keine Sofortentscheidungen !
  • Die KK sollte mir dieses „Angebot“ schriftlich machen, da werde ich dann schriftlich antworten.
  • Dies überbrachte das Sanihaus der KK.
  • Am nächsten Tag kam ein Anruf der KK, ich kann den e-fix Rolli behalten, er bleibt im Bestand der KK und das Sanihaus wird beauftragt, mich mit einem Swiss VIVA zu versorgen.
  • Die Neuversorgung mit dem VIVA bekam ich noch schriftlich, nichts abgespeckt, sondern so wie der Kostenvoranschlag es vor sah, für über 17.000 €.

Der Bescheid des MDK wäre wesentlich schlechter ausgefallen als die Einschätzung des Hilfsmittelberaters.

Wir fragen nicht nach, wieso hier ein Mitarbeiter der KK soviel Courage zeigte und die Notwendigkeit auch von zwei E Rollis anerkannte. Wir freuen uns einfach nur darüber.

Nun hab ich wirklich zwei Rollis mit E Antrieb, einen für die Wohnung und einen für draußen und bin echt zufrieden damit. Natürlich ist es eine „Einzelfallentscheidung ohne Rechtsanspruch“.

Wissen was man konkret braucht, welche Begründungen bei der KK zählen und nicht lockerlassen, das war mein Erfolgsrezept.

Auch möchte ich dabei nicht die Rollichecker vergessen,  denn deren Website hab ich doch einiges Wissenswertes entnehmen können.

                                                                                                                   Konni

 

 

 

 

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